Rezension – Die Magermilchbande von Frank Baer

Hallo zusammen,

die letzten Monate habe ich viele Bücher über Deutschlands Geschichte gelesen. Magermilchbande war eines davon.

Warum Magermilchbande?

Ich habe diesen Roman als Rezensionsexemplar erhalten. Für mich ist es wichtig Ereignisse der Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu erfahren. Magermilchbande erzählt die Geschichte von deutschen Flüchtlingskindern. Mir war bisher nie bewusst, wie belastend der Krieg nicht nur für sämtliche Kriegsopfer war, sondern auch für die Kinder der Deutschen.
Somit konnte ich es kaum erwarten, mehr über ihre Geschichte zu erfahren. Magermilchbande nahm mich mit auf diese unfassbar fesselnde Reise.

 

Klappentext:

April 1945: Angeführt von Maxe Milch, Spitzname »Magermilch«, irren nach Pilsen verschickte Berliner Schüler in den Wirren des Krieges heimwärts – zwischen geschlagenen Soldaten, Gefangenenkolonnen und Flüchtlingstrecks, querfeldein, durch Wälder und Felder, zu Fuß, in Güterwaggons, auf Lastern, mit Pferdefuhrwerken. Sie sehen die Toten am Wegesrand, begegnen amerikanischen Soldaten und Menschen, die sich in ihren Häusern und Höfen verschanzt haben. Als sie endlich zu Hause sind im zerstörten Berlin, findet dort keiner, was er sich während des langen Weges erträumt hat.

 

Meine Meinung:

Die Magermilchbande – Deutsche Jungs, die uns von Anfang an ans Herz wachsen, uns ihre Ängste und ihre Kräfte spüren lassen. Bereits von der ersten Seite an war ich in der Geschichte gefangen. Mir fiel es schwer, diesen Roman wieder aus der Hand zu legen.

Maxe Mager, der Anführer der Truppe, war für mich zuerst der typische kleine Frechdachs, den es in jeder Gruppe gibt. Jedoch änderte er sich schneller als man es hätte erwarten können. Maxe wuchst mit jeder weiteren Herausforderung, Überraschung und auch jedem Niederschlag. Er wurde zu schnell erwachsen und ist damit wahrscheinlich nur einer von vielen Kinder am Ende des zweiten Weltkrieges.

Besonders bewundernswert finde ich die Beschreibung der Reise der Jungs. Es wird niemals Mitleid hervorgerufen, durch entsprechende Adjektive oder Stilmittel des Autors. Stattdessen beschreibt Baer die Reise auf eine sachliche Art, die uns trotz allem die Möglichkeit gibt, uns mit den Protagonisten zu identifizieren und uns unser eigene Meinung zu bilden.

Die Geschichte der Jungs ließ mich spüren in welch privilegierter Situation ich mich während meiner Kindertage, aber auch heute befinde. Die meisten von uns werden niemals diese Ängste spüren, und das ist gut so. Umso wichtiger ist es für mich, mir zu vergegenwärtigen, dass ich damit in einer absolut wertvollen Situation bin.

 

Und insgesamt?

Die Magermilchbande ist ein wunderbar ehrlicher Roman über einen oftmals unbeachteten Teil unserer Geschichte – deutsche Flüchtlingskinder.
Ich kann euch diesen Roman empfehlen, um euch auch mit diesem Teil vertraut zu machen.

 

Bibliographie:

Seiten: 416

Verlag: Penguin Verlag

Mehr Infos zur Magermilchbande

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